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FETTLEIBIGKEIT BLEIBT EIN PROBLEM
 

Präsident des Adipositas-Kongress: Fettleibigkeit bleibt ein Problem

Während in der westlichen Welt ein weiterer Anstieg von Adipositas möglicherweise gestoppt werden konnte, breitet sich Fettleibigkeit in Asien noch immer mit einem schnellen Tempo aus, sagte am Montag Stephan Rossner, Präsident des elften Internationalen Adipositas-Kongress in Stockholm.

"Ich finde es gut, dass die Experten endlich erkannt haben, dass Adipositas gefährlich ist, denn ihr folgen zahlreiche andere Krankheiten wie etwas Diabetes, das heute in aller Munde ist", sagte Stephan Rossner in einem exklusiven Xinhua-Interview über die neuen Trends in der Entwicklung der Fettleibigkeit. Besonders alarmierend sei dennoch, so der Präsident des elften Internationalen Adipositas-Kongress in Stockholm, dass die Folgekrankheiten der Fettleibigkeit wie Diabetes Typ-2 und Bluthochdruck in Asien schon bei einem bei einem niedrigeren Body-Mass-Index beginnen.

"Wenn man die Schwelle zum Übergewicht nun von einem BMI 30 auf 28 senkt, wie dies gerade in China geschieht, dann bedeutet dies einen enormen Anstieg an Menschen, welche möglicherweise Hilfe brauchen", sagte Rossner. China verfüge im Vergleich zu vielen anderen Teilen der Welt über sehr gute epidemiologische Daten. “Deswegen weiß man dort, was man macht. Dies ist aber nicht überall in der Welt der Fall. Nun schauen viele westliche Wissenschaftler nach Osten, um zu sehen, wie China mit dem Problem umgeht.” China habe ein System, bei dem es viel unternehmen könne, kommentiere Rossner weiter. "Und China hat den Willen dazu, was sehr beeindruckend ist."

Hinsicht der Adipositas-Forschung sagte er, dass zwar viel geforscht werde, es aber keine großen Durchbrüche gegeben habe. Tatsächlich existiere noch immer kein einziges wirklich gutes Medikamente gegen Fettleibigkeit, wenn man berücksichtigt, dass die meisten Patienten nach einer Behandlung wieder Gewicht zulegen. Allerdings gebe es bei Fettleibigkeit immer mehr Schönheitsoperationen. Die Technologie dazu sei bereits gut entwickelt und die Chirurgen sehr begabt. "Doch Operationen verlangen große Ressourcen", so Rossner. Das Problem dabei: Fettleibigkeit ist stark verbreitet und nur wenige Patienten können die chirurgische Behandlung bekommen, zu der sie eigentlich berechtigt wären.

Rossner glaubt, dass Fettleibigkeit nicht nur ein gesundheitliches Problem ist, sondern auch soziale Folgen mit sich zieht. "Es gibt ein altes Sprichwort, dass dicke Menschen fröhlicher seien. Doch wie wir aus zahlreichen Studien wissen, ist das nicht wahr. Sie sind im Gegenteil häufig depressiv. Sie werden oft in der Gesellschaft misshandelt oder ungerecht behandelt. Sie bekommen niedrigere Löhne und schlechtere Wohnungen. Sie werden auf viele Arten diskriminiert." Deswegen, so Rossner, sei es dringend notwendig, die Leiter der Gesundheitsämter davon zu überzeugen, der Fettleibigkeit eine größere Aufmerksamkeit zu schenken.

"Um Politiker zu überzeugen, müssen wir aber wohl eher wirtschaftliche Argumente vorbringen. Sobald sie verstehen, dass Fettsucht die Gesellschaft teuer zu stehen kommt, werden sie dem Problem eine größere Aufmerksamkeit widmen", so Rossner. Doch jedes Land müsse eine Antwort finden, die seiner eigenen Lage entspricht.

Eine gute Lösung sei allerdings, wenn man in der Zukunft bereits bei Kindern versuche, der Fettleibigkeit vorzubeugen. "Vielleicht ist es am besten, wenn wir heute bei den Kindern ansetzen, denn Kinder können bereits im Kleinkindalter Übergewicht entwickeln", so Rossner. Nichtadipöse Kinder haben wenn sie aufwachsen weniger Fettzellen, in denen sie etwas speichern können. "Deswegen kann es eine wertvolle Hilfe sein, wenn wir das Problem sehr früh erkennen.”

Der 11. Internationale Adipositas-Kongress soll noch bis zum morgigen Donnerstag andauern.

Quelle: China Daily

http://german.china.org.cn/international/2010-07/14/content_20494976.htm


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