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EXPERTE: AKTIONSPLAN DER REGIERUNG ZU VAGE
 

Bad Orb (dpa) - Der von der Bundesregierung beschlossene Aktionsplan gegen Übergewicht ist nach Ansicht des Gesundheitsmanagers Edmund Fröhlich zu wenig konkret und greift zu kurz.

«Wenn dieser Plan vage bleibt, ist die Gefahr hoch, dass
sich die Zahl der fettleibigen Kinder verdoppelt», sagte der Geschäftsführer der Spessart-Klinik im hessischen Bad Orb in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das Kabinett hatte am Mittwoch grünes Licht für einen Fünf-Punkte-Aktionsplan gegen Übergewicht und Fettleibigkeit gegeben.

Der Plan der Bundesregierung, dem Übergewicht
vorzubeugen, sei im Grundsatz richtig, sagt Fröhlich.
Dennoch brauche es konkretere und nachprüfbare Ziele. Zudem brauchten die jetzt schon chronisch kranken Kinder schnell Hilfe. Wie die weit verbreitete musikalische Früherziehung könne er sich eine gesundheitliche Früherziehung vorstellen. «Und wir brauchen mehr verpflichtende Untersuchungen, damit wir gegensteuern können.»

Fachleute gehen davon aus, dass in Deutschland etwa zwei Millionen Kinder und Jugendliche übergewichtig sind, 800 000 davon krankhaft. Rund 1300 Jungen und Mädchen werden pro Jahr in der Spessart-Klinik behandelt, die auf Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert ist. Verschleißerscheinungen durch die Last des Übergewichts machten sich schon in jungen Jahren bemerkbar, ebenso der Alterszucker sowie Herz- und Kreislauferkrankungen, sagte Fröhlich. «Kinder haben oft doppelt so viel Gewicht wie sie haben sollten, wenn sie zu uns kommen», sagte Fröhlich. Einseitige Ernährung und mangelnde Bewegung seien die Hauptursachen für die überzähligen Pfunde des Nachwuchses.
Quelle: http://www.pz-news.de - Die Zeitung für Pforzheim und die Region


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