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ALG II REICHT NICHT FÜR GESUNDE KINDERERNÄHRUNG
 

Fettleibigkeit zählt zu den häufigsten Erkrankungen bei Jugendlichen. Nach einer Studie der Universität Bonn reicht das Arbeitslosengeld II nicht aus, um Kinder und Jugendliche mit ausgewogener Kost zu versorgen. "Für Hartz-IV-Empfänger ist es kaum möglich, ihre Kinder gesund zu ernähren", sagte die Vizechefin des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE), Mathilde Kersting, bei der Vorstellung der Untersuchung.
Täglich 3,42 Euro für Jugendliche

Bei Teenagern veranschlage der Gesetzgeber pro Tag für Nahrung und Getränke lediglich 3,42 Euro. Selbst wer nur beim Discounter kaufe, müsse jedoch im Schnitt 4,68 Euro täglich bezahlen, um den Appetit eines 15-jährigen Jugendlichen mit ausgewogener Kost zu stillen. Für vier- bis sechsjährige Kinder seien vom Gesetzgeber 2,57 Euro täglich vorgesehen. "Das reicht gerade aus - allerdings auch nur, wenn die Lebensmittel beim Discounter gekauft werden", erklärte Kersting. Schon wer im normalen Supermarkt zugreife, komme aber nicht mehr mit dem Geld hin.
"Mehr ALG II lohnt sich auch volkswirtschaftlich"

Das FKE empfiehlt dringend, das Arbeitslosengeld entsprechend anzupassen. Schließlich litten schon heute Kinder und Jugendliche aus niedrigen sozialen Schichten zwei bis drei Mal so häufig unter Fettleibigkeit wie besser situierte Altersgenossen. Heute seien in Deutschland etwa sechs Prozent aller Kinder und Jugendlichen fettleibig. Übergewicht könne schwere chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Arteriosklerose nach sich ziehen. "Auch volkswirtschaftlich gesehen lohnt es sich deshalb, in eine gesunde Ernährung für alle zu investieren", sagte Kersting.

Die FKE-Forscher hatten im März 2004 in Dortmund die Preise von mehr als 80 Lebensmitteln erhoben, die für die gesunde Ernährung benötigt werden. Die Testkäufe erfolgten in Supermärkten der Ketten Rewe und Edeka, bei den Discountern Aldi und Lidl sowie in einem Bioladen. Anhand dieser Daten berechneten die Wissenschaftler nach Altersgruppen gestaffelt die Kosten für die so genannte optimierte Mischkost.

Quelle: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID7211984,00.html


Edmund Fröhlich | Nieder mit der Fettsucht!