„Ich verbringe manchmal acht bis neun Stunden am Stück vorm Computer, in Netzwerken oder mit Spielen“, erzählt Tom Hübner (Name geändert). Er ist in einer ganzen Reihe von sozialen Netzwerken wie Facebook oder StudiVZ angemeldet.
Allein bei Wer- kennt-wen hat er mehr als 700 „Freunde“. Aber Tom will weg vom Bildschirm, raus aus der Computerabhängigkeit. Hilfe hat sich der 28- Jährige in der Ambulanz für Spielsucht der Klinik für Psychosomatische Medizin an der Uni Mainz gesucht.
Die Mainzer Psychologen behandeln seit März 2008 speziell Computer- und Internet-Abhängige und zählen zu den Vorreitern in Deutschland. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Einrichtungen, etwa die Kinzigtal-Klinik im hessischen Bad Soden-Salmünster oder das Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover. Die Zahl der Computer- und Internet-Süchtigen in Deutschland wird auf mindestens zwei Millionen geschätzt. Belastbare Daten gibt es jedoch nicht.