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EXZESSIVER MEDIENKONSUM
 



Exzessiver Medienkonsum als mitursächliche und aufrechterhaltende Bedingung bei Adipositas

Die leichte Verfügbarkeit und somit potenzielle Verführbarkeit von elektronischen Medien für Jugendliche steigt in unserer Gesellschaft. Gleichzeitig ist ein rapider Anstieg der Prävalenz von Adipositas beobachtbar.

Es ist wissenschaftlich belegt, dass bei Jugendlichen Adipositas von passivem Lebensstil begünstigt und von körperlich aktivem Freizeitverhalten verhindert werden kann. Exzessiver Medienkonsum, scheint ein Einflussfaktor von großer Bedeutung zu sein, dessen vielfältige Wirkmechanismen bezüglich Ätiologie, Aufrechterhaltung, Essverhalten und adipositasspezifischen Interventionen nur wenig untersucht sind.
Dipl. Psych. Alexandra Gasperl untersucht gemeinsam mit Dipl. Psych. Christina Guggenberger das Medienverhalten bei 60 Patienten des Adipositas-Reha-Zentrums Insula und einer Kontrollguppe. Die erste Datenerfassung erfolgte mit einem Fragebogen zum Medienkonsum–Verhalten in dem unter anderem die Anzahl der Stunden pro Tag vor dem PC und vor dem Fernseher getrennt erhoben wurden. Fragen zu vier der sechs Suchtkriterien des ICD-10 wurden gestellt, um zu untersuchen, wie potentiell suchtgefährdend die Probanden ihren Medienkonsum einschätzen.

Erste Ergebnisse zeigen einen hoch signifikanten Unterschied (p< .001) in der Intensität und Qualität der Computer Nutzung zwischen Experimentalgruppe und Kontrollgruppe, wobei die Teilnehmer mit Adipositas signifikant mehr Freizeit vor dem Computer verbringen als die Kontrollgruppe. Interessant ist, dass dies nur für die Computer Nutzung zutrifft, denn im Fernsehkonsum unterscheiden sich Experimental- und Kontrollgruppe nicht. Die Experimentalgruppe verbringt signifikant (p<.012) mehr Zeit vor dem Computer mit Chatten und trifft sich zudem signifikant weniger (p<.012) mit Freunden in der Freizeit.

Bei den Suchtkriterien gab es in der bisher kleinen Stichprobe von 19 Patienten keinen signifikanten Unterschied zwischen Experimental- und Kontrollgruppe. Die subjektiv empfundenen Abhängigkeitstendenzen entsprechen nicht dem tatsächlichen Zustand des Überkonsumierens.
Jugendliche mit Adipositas verbringen signifikant mehr Zeit vor dem Computer, speziell mit Chatten und kommunizieren so über eine virtuelle Welt, statt sich mit Freunden zu treffen. Gleichzeitig schätzen sie ihren exzessiven Computerkonsum nicht als übermäßig oder problematisch ein. Dem Schritt der Verhaltensmodifikation muss den Daten zufolge, das Schaffen einer Veränderungsmotivation vorausgehen. Dies kann nur dann gelingen, wenn den jugendlichen Adipösen ihr Problem des übermäßigen Medienkonsums als eine Ursache und aufrechterhaltende Bedingung ihrer Adipositas bewusst wird.
Weitere Untersuchungsergebnisse folgen.


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