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DAS ADIPOSITAS-DISPOSITIV |
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Harald Lemke
Das Adipositas-Dispositiv Oder warum wir eine gastrosophische Ethik brauchen
Weil die Menschen Hunger kennen, streben sie nach Glück. Jenem Glück, dem Unglück zu entkommen, dem sie ausgesetzt sind, weil sie Hunger leiden oder gar des Hungers sterben können. Der Hungertod ist ein reales Trauma jedes Menschenlebens. Das Trauma, unfreiwillig zu hungern oder Hunger zu leiden, kehrt über die eigene Lebenszeit fortwährend – „ewig“ – wieder und treibt das tagtägliche Glückstreben, sich satt zu essen und wohlerfüllt „voll zu sein“, an. Dieser menschliche Essenstrieb gibt der Anthropologie und Psychologie einen empirischen Sachverhalt an die Hand (im Unterschied etwa zum, von Freud lediglich postulierten, Todestrieb). Das vom möglichen Hungerleiden getriebene Glückstreben spiegelt sich in unzähligen Mythen, religiösen Erlösungslehren und volkstümlichen Wunschbildern der Menschheitsgeschichte wider.
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Kultur | "alles kuriert" findet zum 2. Mal statt
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