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STUDIE: PRÄVENTION HILFT GEGEN ÜBERGEWICHT |
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Ziel der Studie war, ein wissenschaftlich begründetes, strukturiertes Präventionsprogramm aufzubauen, das frühzeitig ansetzt, über die Schule wirkt, ohne zusätzlichen Expertenunterricht auskommt und das soziale Umfeld wie Schulklassen und Familien einbezieht. "URMEL-ICE ist eine wissenschaftliche Studie und nicht nur eine gut gemeinte Initiative und kann als eine der großen deutschen Interventionsstudien positive Ergebnisse liefern", erklärt Studienleiter Prof. Dr. Jürgen M. Steinacker, Leiter der Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin an der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin II. URMEL-ICE steht für "Ulm Research on Metabolism, Excercise und Lifestyle Intervention in Children".
Die Eingangsuntersuchung im Sommer 2006, vor Ende der 1. Klasse, zeigte, dass 16,8% aller Jungen und 17,4% aller Mädchen nach der Definition der International Obesity Task Force übergewichtig waren. Kinder mit Migrationshintergrund, deren Eltern einen niedrigen Bildungsabschluss aufwiesen, waren mit einem Anteil von 27% besonders häufig übergewichtig", erklärt Prof. Dr. Richard Peter, kommissarischer Direktor des Instituts für Epidemiologie der Universität Ulm. "Im Vergleich zu Situation der Körperzusammensetzung von Ulmer Schulkindern vor 30 Jahren finden wir heute bei URMEL-ICE viermal so viele Kinder mit einer erhöhten Körperfettmasse", erläutert Prof. Dr. Martin Wabitsch, Leiter der Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie an der Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin. "Die Körperfettmasse ist auch bei Normalgewichtigen deutlich angestiegen."
Bei URMEL-ICE handelt es sich um eine Studie mit einem kontrolliert randomisierten Design. Das heißt, die Klassen wurden zufällig der Interventions- oder der Kontrollgruppe zugewiesen, vor und nach der Intervention fanden umfassende körperliche Untersuchungen, psychologische und sportmotorische Tests statt. Die Schüler der Interventionsgruppen beschäftigten sich in verschiedenen Unterrichtseinheiten ein Jahr lang mit den Themen Ernährung, Medienkonsum und Bewegung und nahmen während des normalen Schulunterrichts an kleinen Bewegungseinheiten teil.
Zu Beginn der 3. Klasse konnten 964 der Kinder nochmals untersucht werden. Dabei zeigte sich, dass die Schüler der Interventionsgruppe bezogen auf das Hauptstudienziel "Übergewicht" im Vergleich zur Kontrollgruppe von der Intervention profitiert haben. So fand sich beispielsweise ein Unterschied in der Hautfaltendicke und im Bauchumfang, das heißt, die Körperfettmasse der Kinder der Interventionsgruppe nahm im Vergleich zur Kontrollgruppe im gleichen Zeitraum weniger zu. Weitere Analysen sollen die Effekte auf die Gesundheit und das Verhalten der Kinder sowie ihre sportlichen und schulischen Leistungen beschreiben.
Quelle: Universitätsklinikum Ulm http://www.journalmed.de/newsview.php?id=22057
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